Die aktuelle Situation

Gut 43 Millionen Menschen arbeiten in Deutschland angestellt, freiberuflich oder selbstständig. Rund 13 Millionen empfinden ihre Arbeit als psychisch belastend oder erleben permanent außergewöhnlich hohen Stress. Das lässt sich aus aktuellen Befragungen und Untersuchungen von Krankenversicherern, Verbänden oder Arbeitswissenschaftlern hochrechnen.
Die Ursachen sind vielfältig: Erhöhte Arbeitsbelastung durch Lean Management, Re-Engineering und Veränderungsdruck, dynamische Kommunikation ("All Place-All-Time", Response-Zeiten, cc-Kultur,..), hohes Entscheidungstempo, vernetzte Prozesse, globale Zusammenarbeit aber auch gestiegene individuelle Verantwortung für persönlicher Zielsetzungen, Selbstorganisation und die eigene Leistungserwartung.
Für viele wird es inzwischen zu viel. Das Resultat sind Leistungsabfall, Frustration, Blockaden, Krankheit oder innere Kündigung. In Folge: Kostensteigerungen, Motivationsverlust, Produktivitätsrückgang.

Mehr und mehr wird eine Diagnose zum Synonym für die Auswirkungen dieser Realität. Landläufig wird sie „Burn-out“ genannt. In ihrer Ausprägung ist sie einer Depression vergleichbar auch wenn eben nicht immer so benannt (3). Als Krankheitsbild ist „Burn-out“ inzwischen gewissermaßen „gesellschaftsfähig“. Das stellt einerseits Risiko, andererseits aber auch eine große Chance zur Hilfe für diejenigen dar, die psychische Überlastung nicht mehr verstecken müssen.


(1) In wissenschaftlicher Literatur existieren rund 100 verschiedene Befragungs- und Erhebungsinstrumente zur Messung psychischer Belastungen
(2) Quelle: Praxispapier 2-2011 zur Studie der DGFP ("Psychische Beanspruchung von Mitarbeitern und Führungskräften")
(3) Mediziner listen ca. 150 mögliche Symptome für eine Burn-out-Diagnose auf. Ein eindeutiges Symptombild existiert aber bislang eben so wenig, wie eine Definition im internationalen Standardverzeichnis der Erkrankungen ICD-10.


Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de